Samstag, 1. September 2007

Jede Menge Feierlichkeiten Teil 2

Heute ist Samstag, der 1. September. Und das Familientreffen nebst Taufe ist seit Donnerstag Nachmittag vorbei. Schade! Es waren wunderschöne Tage! Aber alles hübsch der Reihe nach...

... am Dienstag, 15:00 Uhr war geplante Anreise an Burg Bodenstein. Ich fuhr mit meinem Schwager, meiner Schwester und ihren beiden Kindern Florian und dem Taufkind Maximilian im Auto mit, während mein Bruder bei meinem Vater mitfuhr. Meine andere Schwester fuhr mit dem Zug von ihrem Studium aus nach Burg Bodenstein. Knapp 2, 1/2 Stunden waren wir unterwegs, eine 15-Minuten-Pause für die Kleinen eingerechnet. Auf einem Rastplatz irgendwo im Nirgendwo haben wir alle gemeinsam Rast gemacht und was gegessen und getrunken. Dann ging die Fahrt weiter, bis wir kurz nach 15:30 Uhr in Burg Bodenstein ankamen. Wir hatten Sorge, mal wieder die Letzten zu sein, denn das hat unsere Familie so an sich: zu Spät kommen! Doch zu unser aller Wunder waren wir die erste Familie. Nur meine Tante, ihr Lebensgefährte, ihre zwei Töchter und deren Kinder waren schon da. Nachdem wir uns begrüßt hatten, mussten wir unsere Füße auf ein Blatt Papier stellen und abmalen lassen. Diese wollte meine Tante von jedem aufheben und beim nächsten Familientreffen hervor holen um zu schauen, ob jemand noch gewachsen ist. Danach bekamen wir unsere Zimmerschlüssel und durften mit unserem Gepäck auf unsere Zimmer gehen. Ich hatte Zimmer-Nr. S 34. Das Zimmer hieß: Zum Silbergrund, und teilen sollte ich es mir mit meiner älteren Schwester Miriam, die aber noch nicht eingetroffen war. Also hatte ich freie Bettenauswahl. Es war ein Doppelzimmer. Und ich muss sagen, Burg Bodenstein und die Zimmer sind traumhaft schön! Alles im Fachwerkstil gehalten, auch von innen. Also konnte es sein, dass ein Holzbalken deine Zimmerdecke durchquerte. Nach und nach kamen aber auch die nächsten Familien an. Also hieß es: alles stehen und liegen lassen und auf den Hof zum Empfang gehen. Das war was. Eine Familie nach der anderen traf nun ein, alles eigentlich alt bekannte Gesichter, die man nur ewig lange nicht gesehen hatte. Meine Cousine Anna zum Beispiel, hatte ich das letzte Mal gesehen, da war sie vier Jahre alt und jetzt war sie schon 16. Wir haben uns alle teilweise seit mehr als 11 Jahren nicht gesehen und dementsprechend groß war die Freude und die häufigste Frage an diesem Tag war: Und wer bist du noch mal?! Überraschungen kamen da zu Tage. Es war großartig, alle wieder zu sehen!!! Wir sind uns um den Hals gefallen, haben uns gedrückt, gefreut, es sind sogar teilweise Tränen geflossen. Und so manche/r Cousin/Cousine, die man noch aus Kindertagen kennt, kamen mit Ehefrau/Ehemann und Kindern. Erstaunlich wer alles geheiratet und eine Familie gegründet hatte, hätte ich teilweise nicht gedacht. Gegen Abend waren dann die Meisten eingetroffen. Nur ein paar einzelne Personen fehlten noch, teilweise wegen Arbeit oder zu großer Entfernung und teilweise wollten sie am nächsten Tag erst kommen. Es gab Abendbrot im Speisesaal, wo mein Onkel erst mal offiziell alle begrüßte und wir alle zusammen saßen. Nach dem Essen ging es schnell in die Zimmer, Koffer auspacken und Betten beziehen und danach traf man sich zu Bier, Limo oder Tee und teilweise zu einer Zigarette auf dem Hof, wo man sich unterhielt, lachte oder wie die Männer: Fußball spielte. Mein Vater hatte außerdem seine Schattenbühne mitgenommen und wollte am ersten Abend eines seiner Schattenstücke aufführen, nämlich Der Wolf und die sieben Geislein. Er richtete indess im Versammlungssaal seine Bühne ein. Als die Bühne stand, gab es das Stück dargeboten. Danach gingen wir wieder zum abhängen in den Hof. Die Abhäng-Party im Hof ging bis frühs um drei, erst dann gingen wir ins Bett. Natürlich wurden wir um 7 Uhr wieder geweckt, weil es von 8 - 9 Uhr Frühstück gab. Müde und zerknautscht trafen wir alle im Speisesaal ein. Nach dem Frühstück ging es schnell in die Zimmer, denn 11 Uhr sollte die Taufe meines Neffen stattfinden. Alle warfen sich in Schale und machten sich hübsch zurecht. Ich schlüpfte in mein Taufoutfit und machte mir einen gezwirbelten Zopf. Die Taufe wurde von meinem Onkel durchgeführt, da er wie gesagt Pfarrer ist. Die Taufe war wirklich schön. Gar nicht steif und langweilig, sondern sehr locker und im Kreise der Familie. Die Taufe wurde in der Kapelle zu Burg Bodenstein durchgeführt, die sich am selben Gebäude befand. Das Lustigste während der Taufe war, als Maximilian vom Pfarrer die Haare mit Weihwasser benetzt bekam und Maxi anfing zu weinen. Da sagte Michelle, die 3-jährige Tochter meines Cousins entsetzt zu ihrem Papa: "Mich aber nicht nass machen!" Die ganze Kapelle hat gelacht. Nachdem Maxi getauft und meine Schwester, meine Cousine und ich zu den Taufpaten ernannt wurden, sangen wir noch gemeinsam ein Lied und dann war die Zeremonie auch schon wieder vorbei. Danach gab es leckeres Mittagessen. Gegen Nachmittag war eine Burgbesichtigung geplant. Diese war sehr interessant und lustig, vorallem als wir ins Verlies gingen und mein Cousin Johannes in den Pranger gesperrt wurde. Gegen späteren Nachmittag war ein Spaziergang geplant. Wir besuchten einen Abenteuerspielplatz wo die Kinder sich austoben konnten und natürlich auch die Erwachsenen. Meine Cousine Anna und ich haben nicht genug bekommen vom Seilbahn fahren. Sogar auf die Rutsche sind wir gestürmt und aufs Karussel. Später gings zurück zur Burg, wo es Abendbrot gab und mein Vater ein zweites Stück aufführte, mit dem Titel: Kännchen voll. Nach dem Stück fuhren mein Vater und mein Bruder allerdings schon wieder nach Hause, denn mein Bruder musste am nächsten Tag arbeiten. Also verabschiedeten sich alle bei den Beiden. Gegen Abend saßen wir alle wieder entweder auf dem Hof oder im Versammlungssaal, es gab Knabberzeug und natürlich jede Menge Bier. Schon nach ein paar Stunden waren die meisten meiner Cousins angetrunken und spielten in diesem Zustand auf dem Hof Fußball. Das war natürlich sehr witzig, weil keiner wirklich den Ball traf und sie sich nur gegenseitig über den Haufen rannten. Wir Mädels hatten auf jeden Fall viel zu Lachen. Gegen späten Abend versammelten wir uns dann alle im Versammlungssaal, weil meine Tante und ihr Mann am nächsten Tag Geburtstag hatten, zufälligerweise beide am selben Tag also. Und wir wollten rein feiern. Ihre Kinder hatten sich extra ein Programm ausgedacht. Kurz nach Mitternacht fing die Party dann an. Das größte Geburtstagsgeschenk für meine Tante und meinen Onkel war, als einer ihrer Söhne zur Tür herein kam. Dieser war nämlich beim Bund und hatte sich eigentlich nicht für das Treffen angemeldet. Und plötzlich kam er nach Mitternacht in den Saal gelaufen, super chick eingekleidet in seinen Anzug. Das war eine Freude für meine Tante, die ihn auch schon lange nicht mehr gesehen hatte, eben weil er beim Bund war. Wir beschenkten und gratulierten die Beiden und spielten alle gemeinsam super lustige Familienspiele. Die Party ging bis kurz nach 4 Uhr frühs. Dann fielen auch die Letzten ins Bett, um um 7 wieder zwecks Frühstück auf der Matte zu stehen. Allerdings haben meine Schwester und ich verschlafen. Wir standen halb 10 auf und da war das Frühstück bereits vorbei. Wenigstens ein Kaffee konnte uns noch geboten werden. Dieser Tag war auch der Tag unserer Abreise. Am frühen Vormittag gingen wir alle hinter die Burg, da war eine Kletterwand, und kletterten. Natürlich gesichert mit Gurten und Seilen. Das war sehr witzig. Die Kinder indess waren auf dem Spielplatz. Danach gabs Mittagessen. Und dann waren leider die schönen Familientreffentage wieder vorbei. Die Koffer wurden gepackt und in die Autos gesteckt. Die große Verabschiederei ging los. Es wurden Adressen und Telefonnummern getauscht. Und wieder flossen einige Tränen. Wer weiß wann wir uns alle mal wieder sehen. Fest steht, solch ein Familientreffen ist wieder geplant. Wann und wo wissen wir noch nicht, aber es wird stattfinden! Darauf freue ich mich. Gegen Nachmittag fuhren dann alle nach und nach nach Hause. Ich fuhr wieder mit meinem Schwager, meiner Schwester und den zwei Jungs. Gegen 17 Uhr waren wir zu Hause. Schade. Aber ich muss sagen, dass waren die schönsten Tage seit langem. Unser Familientreffen. Knapp 50 Leute waren wir, aber nur Mütterlicherseits. Das ist ca. die Hälfte unserer Familie. Beim nächsten Treffen werden Mütterlicher und Väterlicherseits alle mitkommen. Wir sind eine recht große Familie und wir rechnen mit knapp 100 Personen. Schön zu sehen war, dass viele Kinder dabei waren. So stirbt unsere Familienbande nie aus!

(PS: Die Fotos von diesen Tagen kommen nachträglich sofort in den Blog, wenn ich sie habe!)



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